Chiropraktik für Hunde
Ziel der chiropraktischen Behandlung ist es, Funktionsstörungen des Bewegungsapparates zu erkennen und gezielt zu behandeln. Dabei werden nicht nur Wirbelsäule und Gelenke, sondern auch Muskeln, Bänder und das Zusammenspiel mit dem Nervensystem berücksichtigt.
Der Körper besitzt die Fähigkeit, sich selbst zu regulieren. Die chiropraktische Behandlung unterstützt ihn dabei, diese natürlichen Prozesse bestmöglich zu nutzen.
Wann kann eine chiropraktische Behandlung beim Hund sinnvoll sein?
Blockaden und Bewegungseinschränkungen zeigen sich nicht immer durch eine deutliche Lahmheit. Häufig sind es Veränderungen im Bewegungsablauf, der Bewegungsfreude oder im Verhalten, die auf ein Ungleichgewicht hinweisen können.
Bewegung und Gangbild
- Taktunreinheiten
- Lahmheiten (auch wechselnd oder schwer zuzuordnen)
- steifer Gang
- verkürzte Schritte
- eingeschränkte Beweglichkeit
- Stolpern
- Schwierigkeiten beim Aufstehen oder Hinlegen
- Probleme beim Springen (z. B. ins Auto oder auf das Sofa)
- Unsicherheit beim Treppensteigen
- nachlassende Ausdauer
Leistung und Belastbarkeit
- nachlassende Leistungsfähigkeit
- verminderte Ausdauer
- Schwierigkeiten bei schnellen Richtungswechseln oder Sprüngen
- längere Erholungszeit nach Training oder Arbeit
- Schwierigkeiten bei schnellen Richtungswechseln oder Sprüngen
- Leistungseinbußen bei Sport-, Jagd, Dienst- oder Rettungshunden
Muskulatur und Körperhaltung
- Muskelverspannungen
- asymmetrischer Muskelaufbau
- Schonhaltungen
- veränderte Kopf- oder Rückenhaltung
- empfindliche Bereiche an Rücken oder Hals
- Entlastung einzelner Gliedmaßen
Verhalten und Aktivität
- unerklärliche Verhaltensänderungen
- nachlassende Bewegungsfreude
- geringere Belastbarkeit
- Vermeiden bestimmter Bewegungen
- Unwilligkeit beim Spielen oder Toben
- Rückzug oder ungewohnte Ruhe
- Reizbarkeit oder verändertes Verhalten
- Berührungsempfindlichkeit
- Schwierigkeiten, eine bequeme Liegeposition zu finden
- Schmerzäußerungen beim Aufstehen
Was sind mögliche Ursachen von Blockaden beim Hund?
Blockaden und Bewegungseinschränkungen können verschiedene Ursachen haben. Häufig entstehen sie durch ein Zusammenspiel aus körperlichen Belastungen, psychischem Streß, äußeren Einflüssen und Veränderungen des Bewegungsablaufs.
Mögliche Ursachen von Blockaden beim Hund
- Stürze, Sprünge oder andere traumatische Ereignisse
- Spielen, Toben oder abrupte Bewegungen
- Überlastung oder sportliche Beanspruchung
- Fehl- oder Schonhaltungen nach Verletzungen oder Operationen
- Verspannungen und muskuläre Dysbalancen
- Gelenkerkrankungen oder altersbedingte Veränderungen
- angeborene oder erworbene Fehlstellungen
- Übergewicht
- ungeeignete oder einseitige Belastungen im Alltag
- mangelnde Bewegung oder fehlender Muskelaufbau
- Erkrankungen innerer Organe
- unpassendes Zubehör wie Geschirre oder Halsbänder
- ungünstige Liegepositionen oder ungeeignete Liegeplätze
- falsches Anheben oder Tragen des Hundes
Erstbehandlung
Die Erstbehandlung beginnt mit einer ausführlichen Anamnese. Anschließend erfolgt die Untersuchung des Hundes im Stand und bei Bedarf in der Bewegung sowie eine chiropraktische Untersuchung des Bewegungsapparates. Dabei werden Haltung, eventuelle Schmerzhaftigkeit und mögliche Bewegungseinschränkungen beurteilt. Auf der Grundlage der Untersuchungsergebnisse erfolgt die individuelle chiropraktische Behandlung und eine Besprechung weiterer Maßnahmen.
Kosten: 90 Euro
Folgebehandlung
Bei der Folgebehandlung, welche bei Bedarf zwei bis vier Wochen (spätestens jedoch 8 Wochen) nach der Erstbehandlung erfolgt, wird die Entwicklung Ihres Hundes beurteilt und der Behandlungserfolg kontrolliert. Je nach Befund werden verbliebene oder neu entstandene Bewegungseinschränkungen behandelt und die Empfehlungen für Bewegung, Training, Alltag oder weitere Folgebehandlungen entsprechend angepasst.
Kosten: 65 Euro
Gesunderhaltung
Auch ohne akute Beschwerden ist eine regelmäßige chiropraktische Kontrolle sinnvoll. Ziel ist es, Bewegungseinschränkungen frühzeitig zu erkennen, die Beweglichkeit langfristig zu erhalten und Ihren Hund in Gesundheit, Leistungsfähigkeit und Wohlbefinden zu unterstützen.
Insbesondere bei sportlich geführten Hunden oder Hunden, die mit schwerwiegenderen Beschwerden vorgestellt wurden, haben sich Kontroll- und Behandlungsintervalle von etwa drei Monaten bewährt. So können Veränderungen frühzeitig erkannt und behandelt werden, bevor sie sich negativ auf Bewegungsablauf oder Leistungsfähigkeit auswirken.
Folgebehandlungen berechne ich bis zu einem Abstand von sechs Monaten zum Preis der Folgebehandlung. Liegt der letzte Termin länger zurück, erfolgt aufgrund der erneut erforderlichen umfassenden Untersuchung eine Abrechnung als Erstbehandlung.
Behandlungsort
Die chiropraktische Behandlung von Hunden findet in der Regel auf dem Ludwigshof statt. Die Untersuchung und Behandlung erfolgen draußen in einer ruhigen, stressarmen Umgebung außerhalb eines klassischen Praxisraumes. Dadurch kann sich Ihr Hund entspannter zeigen und die Beurteilung von Bewegung und Körper besser erfolgen.
Wenn im Rahmen einer Pferdebehandlung bereits eine Termin bei Ihnen vor Ort geplant ist und zusätzlich eine Behandlung Ihres Hundes gewünscht wird, kann die Hundebehandlung selbstverständlich auch am Standort des Pferdes erfolgen.
Hausbesuche und Sondertermine
Hausbesuche sind in Ausnahmefällen nach Absprache möglich. Hierfür wird zusätzlich nach GOT eine Hausbesuchsgebühr von 45 € sowie eine anteilige Anfahrtskosten berechnet.
Notfalltermine oder Termine außerhalb der regulären Behandlungszeiten, insbesondere abends, an Wochenenden oder Feiertagen, können nach Absprache stattfinden. Hierfür fällt nach GOT eine zusätzliche Notfallgebühr von 50 € an.
Vorbereitung auf den Termin
Zur Sicherheit und zur Stressvermeidung bringen Sie bitte einen passenden Maulkorb oder Maulschlaufe mit, an den Sie Ihren Hund vorab gewöhnt haben.
Die chiropraktische Behandlung ist für Hunde eine ungewohnte Situation und kann kurzfristig unangenehm oder schmerzhaft sein. Selbst ausgeglichene Tiere können dann ungewohnt reagieren.
Ein Maulkorb sorgt dafür, dass Besitzer und Behandler ruhig und konzentriert arbeiten können – das überträgt sich positiv auf den Hund und schafft eine entspannte Atmosphäre.
Der Maulkorb sollte eng anliegen, sodass der Hund das Maul nicht öffnen kann und der Maulkorb nicht verrutscht oder abgestreift werden kann. Er darf selbstverständlich nicht drücken oder die Atmung beeinträchtigen.
Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass Hunde ohne passenden Maulkorb oder Maulschlaufe nicht behandelt werden können. Diese Maßnahme dient der Sicherheit aller Beteiligten und soll Verletzungen – und deren langfristige Folgen – auch an Händen oder Gesicht vorbeugen, die in einem unachtsamen Moment entstehen könnten.
Bitte bringen Sie Ihren Hund sauber und trocken zum Termin.
Vorhandene tierärztliche Befunde oder Unterlagen wie OP Berichte oder Röntgenbilder können gerne zum Termin mitgebracht werden.
Sollte Ihr Hund bestimmte Auffälligkeiten nur in bestimmten Situationen zeigen, die sich beim Termin möglicherweise nicht darstellen lassen, bringen Sie gerne ein Video davon auf Ihrem Handy mit. So können wir diese Bewegungsabläufe gemeinsam beurteilen. Bitte beschränken Sie sich dabei auf das Wesentliche.
Nach der Behandlung
Bitte planen Sie im Anschluss an die Behandlung etwa 20 Minuten Zeit für einen ruhigen Spaziergang mit Ihrem Hund ein.
In den Tagen nach der Behandlung sollte der Bewegungsapparat nicht sofort wieder maximal belastet werden. Vermeiden Sie daher zunächst intensive sportliche Aktivitäten, wilde Spiele oder starke körperliche Belastungen. Geben Sie Ihrem Hund die Möglichkeit, die Veränderungen in seinem Bewegungsablauf zu verarbeiten und sich an die neue Beweglichkeit anzupassen.
Besprechen Sie gerne mit mir, welche Bewegung und Belastung für Ihren Hund im Anschluss sinnvoll ist. Wichtig ist auch, mögliche auslösende Faktoren zu erkennen und – soweit möglich – anzupassen, damit der Behandlungserfolg langfristig unterstützt wird.